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Fachbegriffe in der FSP: über 200 Fach- und Laienbegriffe

Kurz gesagt

In der Fachsprachprüfung brauchen Sie Fachbegriffe in zwei Richtungen: Im Patientengespräch übersetzen Sie Fachsprache in Alltagssprache, im Arzt-Arzt-Gespräch und in der Dokumentation umgekehrt. Die meisten Ärztekammern prüfen das zusätzlich mit einer kurzen Vokabelaufgabe, meist am Ende von Teil 3 — von fünf Begriffen in Berlin bis zu zweimal 20 Begriffen in Rheinland-Pfalz. Unten finden Sie über 200 Begriffspaare mit Artikel, nach Organsystemen sortiert, und typische Ausdrücke, die Patientinnen und Patienten verwenden.

So prüfen die Kammern Fachbegriffe

Kammer Wann Aufgabe Richtung
Berlin Ende Teil 3 5 Fachbegriffe übersetzen, 2 Abkürzungen vervollständigen, 3 Laborwerte vorlesen ins Deutsche
Hamburg Ende Teil 3 15 Fachbegriffe ins Deutsche
Niedersachsen Ende Teil 3 12 Vokabeln in beide Richtungen
Sachsen Ende Teil 3 Liste mit 12 Begriffen in umgangssprachliche Wörter
Westfalen-Lippe, Baden-Württemberg, Thüringen Ende Teil 3 kurze Liste gebräuchlicher Fachbegriffe deutsche Bezeichnung eintragen
Hessen eigener Teil vor dem Patientengespräch schriftlicher Vokabeltest, 20 Minuten, ohne Hilfsmittel nicht veröffentlicht
Rheinland-Pfalz Verständnistest 20 + 20 Begriffe, dazu Aufgaben zu einem Körperschema Fachsprache → Patientendeutsch und Deutsch → Latein/Griechisch
Sachsen-Anhalt Ende Teil 2 Vokabelliste mit Fachtermini, Ortsangaben auf einem Schema markieren für Patienten verständlich
Bayern, Nordrhein — keine eigene Vokabelaufgabe veröffentlicht —

Wie eine Antwort aussehen soll, beschreibt nur die Bezirksärztekammer Rheinhessen (Rheinland-Pfalz) genau, und ihre Regeln sind ein guter Maßstab für alle Kammern:

Auch in Bayern, wo keine eigene Vokabelaufgabe veröffentlicht ist, verlangt das Arzt-Arzt-Gespräch laut Bayerischem Ärzteblatt, „ein breites Spektrum medizinischer Fachbegriffe zu beherrschen“ und den Wechsel „zwischen medizinischer Fach- und Umgangssprache“ souverän zu meistern. Wie Teil 3 insgesamt abläuft, steht unter Arzt-Arzt-Gespräch.

Teil 1: die umgekehrte Richtung

Im Patientengespräch gilt das Gegenteil. Die Aufgabenstellungen in Bayern, Berlin und Niedersachsen sagen fast wortgleich: „Verwenden Sie dabei für den Patienten leicht zu verstehende Bezeichnungen und verzichten Sie – wo möglich – auf Fachbegriffe.“ Die Ärztekammer Nordrhein erinnert daran, „dass Patienten wenig mit medizinischen Fachausdrücken vertraut sind“.

In der Praxis heißt das: Laienbegriff zuerst, Fachbegriff höchstens danach. „Sie haben wahrscheinlich eine Blinddarmentzündung — wir Ärzte sagen Appendizitis.“ Für manche Begriffe gibt es kein einzelnes Laienwort; dann erklären Sie in einem Satz: Eine Koronarangiographie ist „eine Untersuchung, bei der wir mit einem dünnen Schlauch die Herzkranzgefäße darstellen“. Mehr zur Gesprächsführung in Teil 1: Anamnesegespräch.

Die Liste: über 200 Fachbegriffe mit Laienbegriff

Die Paare sind nach Organsystemen geordnet, Substantive stehen mit Artikel, „(Pl.)“ kennzeichnet ein Wort, das meist im Plural verwendet wird. Wo es mehrere Laienwörter gibt, steht das gebräuchlichste zuerst — in der Prüfung schreiben Sie nur eines. Bei Schreibvarianten (z. B. Diarrhö/Diarrhoe, Zäkum/Caecum) ist die eingedeutschte Form angegeben. Wo der Artikel im Klinikalltag schwankt, gilt der Duden (z. B. die Vertigo, das Femur).

Herz und Kreislauf

Fachbegriff Laienbegriff
die Angina pectoris die Brustenge (anfallsartiges Engegefühl in der Brust)
der Myokardinfarkt der Herzinfarkt
die koronare Herzkrankheit (KHK) die Verengung der Herzkranzgefäße
die Herzinsuffizienz die Herzschwäche
die arterielle Hypertonie der Bluthochdruck
die Hypotonie der niedrige Blutdruck
die Tachykardie das Herzrasen
die Bradykardie der langsame Herzschlag
die Arrhythmie die Herzrhythmusstörung
die Extrasystole der Extraschlag („Herzstolpern“)
die Palpitationen (Pl.) das Herzklopfen
die Synkope die kurze Ohnmacht
die Arteriosklerose die Arterienverkalkung
die tiefe Venenthrombose (TVT) das Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist im Bein
das Aneurysma die Aussackung einer Schlagader
die Varizen (Pl.) die Krampfadern
das Ödem die Wassereinlagerung im Gewebe
die Zyanose die Blaufärbung von Haut und Lippen
die Perikarditis die Herzbeutelentzündung
die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) die Durchblutungsstörung der Beine („Schaufensterkrankheit“)

Atemwege und Lunge

Fachbegriff Laienbegriff
die Dyspnoe die Atemnot, die Luftnot
die Belastungsdyspnoe die Atemnot bei Anstrengung
die Orthopnoe die Atemnot im Liegen
die Tussis der Husten
das Sputum der Auswurf
die Hämoptyse das Abhusten von Blut
die Pneumonie die Lungenentzündung
die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) die dauerhafte Verengung der Atemwege (umgangssprachlich „Raucherlunge“)
der Pneumothorax der Lungenkollaps
der Pleuraerguss die Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand
das Lungenödem das Wasser in der Lunge
die Pleuritis die Rippenfellentzündung
die Lungenarterienembolie (LAE) der Verschluss einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel
die Pertussis der Keuchhusten
die Schlafapnoe die nächtlichen Atemaussetzer (Pl.)
die Rhinitis der Schnupfen
die Sinusitis die Nasennebenhöhlenentzündung
die Tonsillitis die Mandelentzündung
die Laryngitis die Kehlkopfentzündung
die Epistaxis das Nasenbluten

Verdauung, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse

Fachbegriff Laienbegriff
die Nausea die Übelkeit
die Emesis das Erbrechen
die Hämatemesis das Bluterbrechen
die Diarrhö der Durchfall
die Obstipation die Verstopfung
der Meteorismus der Blähbauch, die Blähungen (Pl.)
die Dysphagie die Schluckstörung
die Pyrosis das Sodbrennen
die Inappetenz die Appetitlosigkeit
die Gastritis die Magenschleimhautentzündung
das Ulcus ventriculi das Magengeschwür
das Ulcus duodeni das Zwölffingerdarmgeschwür
die Gastroenteritis der Magen-Darm-Infekt
die Appendizitis die Blinddarmentzündung
die Cholezystitis die Gallenblasenentzündung
die Cholelithiasis das Gallensteinleiden
die Pankreatitis die Bauchspeicheldrüsenentzündung
die Hepatitis die Leberentzündung
die Leberzirrhose die Schrumpfleber
der Ikterus die Gelbsucht
der Aszites das Bauchwasser
die Peritonitis die Bauchfellentzündung
der Ileus der Darmverschluss
die Leistenhernie der Leistenbruch
die Divertikulitis die Entzündung von Ausstülpungen der Darmwand
die Hämatochezie das frische Blut im Stuhl
die Meläna der Teerstuhl (schwarzer Stuhl)
das Kolonkarzinom der Dickdarmkrebs

Niere, Harnwege und Geschlechtsorgane

Fachbegriff Laienbegriff
die Miktion das Wasserlassen
die Dysurie das Brennen oder die Schmerzen beim Wasserlassen
die Pollakisurie das häufige Wasserlassen kleiner Mengen
die Nykturie das nächtliche Wasserlassen
die Polyurie die stark vermehrte Urinmenge
die Hämaturie das Blut im Urin
die Harninkontinenz die Blasenschwäche, der ungewollte Urinverlust
die Harnretention der Harnverhalt (die Blase lässt sich nicht entleeren)
die Zystitis die Blasenentzündung
die Pyelonephritis die Nierenbeckenentzündung
die Nephrolithiasis die Nierensteine (Pl.)
die Niereninsuffizienz die Nierenschwäche
die Dialyse die Blutwäsche
die benigne Prostatahyperplasie die gutartige Prostatavergrößerung
die Gravidität die Schwangerschaft
die Menarche die erste Regelblutung
die Menopause die letzte Regelblutung
das Klimakterium die Wechseljahre (Pl.)
die Amenorrhö das Ausbleiben der Regelblutung
die Extrauteringravidität die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter
der Abort die Fehlgeburt
die Sectio caesarea der Kaiserschnitt

Nervensystem, Augen und Ohren

Fachbegriff Laienbegriff
der Apoplex der Schlaganfall
die transitorische ischämische Attacke (TIA) die vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn
die Cephalgie der Kopfschmerz
die Vertigo der Schwindel
die Parese die unvollständige Lähmung
die Hemiparese die Halbseitenlähmung
die Parästhesie das Kribbeln, das „Ameisenlaufen“
die Hypästhesie das Taubheitsgefühl
der Tremor das Zittern
die Aphasie die Sprachstörung
die Amnesie die Erinnerungslücke
die Somnolenz die krankhafte Schläfrigkeit
die Vigilanz die Wachheit
das Delir der akute Verwirrtheitszustand
der epileptische Anfall der Krampfanfall
die Meningitis die Hirnhautentzündung
die Commotio cerebri die Gehirnerschütterung
die Insomnie die Schlaflosigkeit
die Fazialisparese die Gesichtslähmung
die Konjunktivitis die Bindehautentzündung
die Katarakt der graue Star
das Glaukom der grüne Star
die Diplopie das Doppeltsehen
der Strabismus das Schielen
der Tinnitus das Ohrgeräusch, das Ohrensausen
die Hypakusis die Schwerhörigkeit
die Otitis media die Mittelohrentzündung

Bewegungsapparat

Fachbegriff Laienbegriff
die Fraktur der Knochenbruch
die Distorsion die Verstauchung
die Luxation die Verrenkung, die Ausrenkung
die Kontusion die Prellung
die Ruptur der Riss (z. B. einer Sehne)
die Arthrose der Gelenkverschleiß
die Arthritis die Gelenkentzündung
die Arthralgie der Gelenkschmerz
die Myalgie der Muskelschmerz
die Arthritis urica der Gichtanfall
die Osteoporose der Knochenschwund
die Osteomyelitis die Knochenmarkentzündung
der Diskusprolaps der Bandscheibenvorfall
die Lumbago der Hexenschuss
die Ischialgie der Ischiasschmerz („Ischias“)
die Skoliose die seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule
die Bursitis die Schleimbeutelentzündung
die Tendovaginitis die Sehnenscheidenentzündung
die Epicondylitis humeri radialis der Tennisellenbogen („Tennisarm“)
das Karpaltunnelsyndrom die Einengung eines Nervs am Handgelenk

Haut

Fachbegriff Laienbegriff
der Pruritus der Juckreiz
das Exanthem der Hautausschlag
das Erythem die Hautrötung
das Ekzem die juckende Hautentzündung
die Urtikaria die Nesselsucht
das Hämatom der Bluterguss, der „blaue Fleck“
der Abszess die Eiterbeule
das Erysipel die Wundrose
die Psoriasis die Schuppenflechte
der Herpes zoster die Gürtelrose
der Nävus der Leberfleck, das Muttermal
das maligne Melanom der schwarze Hautkrebs
die Alopezie der Haarausfall
das Ulcus cruris das „offene Bein“
der Dekubitus das Druckgeschwür
die Skabies die Krätze
die Vitiligo die Weißfleckenkrankheit
der Pallor die Blässe

Stoffwechsel, Hormone und Blut

Fachbegriff Laienbegriff
der Diabetes mellitus die Zuckerkrankheit („Zucker“)
die Hypoglykämie die Unterzuckerung
die Hyperglykämie der erhöhte Blutzucker
die Hyperlipidämie die erhöhten Blutfette (Pl.)
die Hyperurikämie die erhöhte Harnsäure
die Adipositas das starke Übergewicht
die Kachexie die Auszehrung
die Exsikkose die Austrocknung
die Polydipsie der krankhaft gesteigerte Durst
die Hyperthyreose die Schilddrüsenüberfunktion
die Hypothyreose die Schilddrüsenunterfunktion
die Struma der Kropf
die Anämie die Blutarmut
die Erythrozyten (Pl.) die roten Blutkörperchen
die Leukozyten (Pl.) die weißen Blutkörperchen
die Thrombozyten (Pl.) die Blutplättchen
die Koagulopathie die Blutgerinnungsstörung
die Leukämie der Blutkrebs
das Lymphom der Lymphdrüsenkrebs
die Sepsis die Blutvergiftung

Allgemeine Symptome und Verlaufsbegriffe

Fachbegriff Laienbegriff
die Febris das Fieber
subfebril leicht erhöhte Temperatur
die Fatigue die Erschöpfung, die Abgeschlagenheit
die B-Symptomatik Fieber, Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust
die Diaphorese das starke Schwitzen
die Kolik der krampfartige, wellenförmige Schmerz
der Spasmus der Krampf
die Lymphadenopathie die Lymphknotenschwellung („dicke Drüsen“)
der Thoraxschmerz der Brustschmerz
die Dorsalgie der Rückenschmerz
akut plötzlich auftretend
chronisch lang andauernd
rezidivierend wiederkehrend
intermittierend zeitweise auftretend
progredient fortschreitend
benigne gutartig
maligne bösartig
idiopathisch ohne bekannte Ursache
kongenital angeboren
asymptomatisch ohne Beschwerden

Untersuchungen und Eingriffe

Fachbegriff Laienbegriff
die Anamnese die Krankengeschichte
die Palpation das Abtasten
die Perkussion das Abklopfen
die Auskultation das Abhören
die Sonographie die Ultraschalluntersuchung
die Echokardiographie der Herzultraschall
das Elektrokardiogramm (EKG) die Herzstromkurve
die Computertomographie (CT) die Schichtaufnahme mit Röntgenstrahlen
die Magnetresonanztomographie (MRT) die Kernspintomographie
die Röntgen-Thorax-Aufnahme das Röntgenbild des Brustkorbs
die Gastroskopie die Magenspiegelung
die Koloskopie die Darmspiegelung
die Bronchoskopie die Lungenspiegelung
die Koronarangiographie die Herzkatheteruntersuchung
die Laparoskopie die Bauchspiegelung
die Biopsie die Gewebeprobe
die Lumbalpunktion die Entnahme von Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal
die Spirometrie der Lungenfunktionstest
die Infusion der Tropf
die Narkose die Vollnarkose
die Lokalanästhesie die örtliche Betäubung
die Appendektomie die Blinddarmoperation
die Cholezystektomie die Entfernung der Gallenblase
die Osteosynthese die operative Versorgung eines Knochenbruchs mit Platte, Schrauben oder Nagel
die Endoprothese das künstliche Gelenk
die Reanimation die Wiederbelebung
die Kontraindikation die Gegenanzeige
ambulant ohne Übernachtung im Krankenhaus
stationär mit Aufnahme ins Krankenhaus

Medikamentengruppen

Fachbegriff Laienbegriff
das Analgetikum das Schmerzmittel
das Antipyretikum das fiebersenkende Mittel
das Antiphlogistikum das entzündungshemmende Mittel
das Antihypertensivum das Blutdruckmittel
das Antikoagulans der „Blutverdünner“
das Diuretikum die „Wassertablette“
das Laxans das Abführmittel
das Antiemetikum das Mittel gegen Übelkeit
das Spasmolytikum das krampflösende Mittel
das Sedativum das Beruhigungsmittel
das Antidot das Gegenmittel

Anatomie

Fachbegriff Laienbegriff
das Cor das Herz
die Pulmo die Lunge
das Hepar die Leber
der Ren die Niere
der Lien die Milz
das Pankreas die Bauchspeicheldrüse
die Vesica fellea die Gallenblase
der Ösophagus die Speiseröhre
der Ventriculus der Magen
das Duodenum der Zwölffingerdarm
das Kolon der Dickdarm
das Zäkum der Blinddarm
das Rektum der Mastdarm
das Peritoneum das Bauchfell
das Diaphragma das Zwerchfell
die Pleura das Brustfell (Rippen- und Lungenfell)
das Perikard der Herzbeutel
die Aorta die Hauptschlagader
die Vena cava inferior die untere Hohlvene
der Larynx der Kehlkopf
die Trachea die Luftröhre
die Glandula thyreoidea die Schilddrüse
das Cerebrum das Großhirn
die Medulla spinalis das Rückenmark
die Vertebra der Wirbel
das Sternum das Brustbein
die Clavicula das Schlüsselbein
die Scapula das Schulterblatt
der Humerus der Oberarmknochen
der Radius die Speiche
die Ulna die Elle
das Os scaphoideum das Kahnbein
das Os coccygis das Steißbein
das Femur der Oberschenkelknochen
die Patella die Kniescheibe
die Tibia das Schienbein
die Fibula das Wadenbein
der Talus das Sprungbein
der Calcaneus das Fersenbein
die Axilla die Achselhöhle
der Uterus die Gebärmutter
das Ovar der Eierstock
der Ureter der Harnleiter
die Urethra die Harnröhre
die Retina die Netzhaut

Lage- und Richtungsangaben

Fachbegriff Laienbegriff
ventral bauchseitig, vorne
dorsal rückenseitig, hinten
kranial kopfwärts
kaudal fußwärts
medial zur Körpermitte hin
lateral seitlich, von der Körpermitte weg
proximal rumpfnah
distal rumpffern
palmar auf der Seite der Handfläche
plantar auf der Seite der Fußsohle
bilateral beidseitig
retrosternal hinter dem Brustbein
periumbilikal um den Bauchnabel herum
epigastrisch im Oberbauch, in der Magengrube
inguinal in der Leiste
zervikal im Halsbereich
lumbal im Bereich der Lendenwirbelsäule
subkutan unter der Haut

Was Patienten sagen: typische Laienausdrücke

Die Patientin oder der Patient in Teil 1 spricht Alltagsdeutsch, manchmal ungenau. Ein Prüfer der Ärztekammer Nordrhein nennt als Beispiel den „Leberfleck“: Bei einer unbekannten Vokabel gelte es, „nachzuhaken und sich den Sachverhalt umschreiben zu lassen“. Manche Ausdrücke sind mehrdeutig — dann ist die Rückfrage Pflicht, nicht Schwäche.

Patient sagt gemeint ist meist Fachbegriff oder Rückfrage
„Herzstolpern“ Extraschläge, unregelmäßiger Herzschlag Extrasystolen, Arrhythmie
„Herzrasen“ schneller Herzschlag Tachykardie
„Ich bin zuckerkrank.“ / „Ich hab Zucker.“ Diabetes Diabetes mellitus — Typ und Behandlung erfragen
„Wasser in den Beinen“ geschwollene Beine Beinödeme
„Wasser in der Lunge“ Flüssigkeit in oder an der Lunge Lungenödem oder Pleuraerguss — nachfragen
„Leberfleck“ Pigmentfleck der Haut Nävus
„Mir wurde schwarz vor Augen.“ Beinahe-Ohnmacht oder Ohnmacht Präsynkope oder Synkope — fragen, ob bewusstlos
„Mein Kreislauf ist weg.“ Schwindel, Schwäche, evtl. Ohnmacht unklar — genau nachfragen
„Hexenschuss“ plötzlicher Kreuzschmerz Lumbago
„Ischias“ ins Bein ausstrahlender Rückenschmerz Ischialgie
„Ich hab's mit dem Magen.“ Oberbauchbeschwerden epigastrische Schmerzen — nachfragen
„Blutverdünner“ Gerinnungshemmer Antikoagulans oder Thrombozytenaggregationshemmer — Präparat erfragen
„Wassertablette“ Entwässerungsmittel Diuretikum
„die Pille“ Antibabypille orales Kontrazeptivum
„Raucherbein“ Durchblutungsstörung der Beine pAVK
„schwarzer Stuhl“ Teerstuhl Meläna
„dicke Drüsen“ geschwollene Lymphknoten Lymphadenopathie
„Grippe“ oft ein einfacher Infekt grippaler Infekt oder Influenza — nachfragen

So lernen Sie Fachbegriffe

  1. In beide Richtungen, laut und mit Artikel. Niedersachsen fragt in beide Richtungen, Hamburg und Berlin vom Fachbegriff ins Deutsche, Teil 1 vom Fachbegriff in Alltagssprache. Üben Sie jedes Paar in allen drei Formen: „die Cholezystitis — die Gallenblasenentzündung — eine Entzündung der Gallenblase“.
  2. Pro Fall statt pro Alphabet. Zu jedem Übungsfall gehören 10 bis 15 Begriffe, die Sie in Teil 3 brauchen. Wer sie im Zusammenhang lernt, behält sie besser und kann sie in der Patientenvorstellung sofort einsetzen. Im Simulator von fsppruefung.de endet Teil 3 deshalb mit einer kurzen Fachbegriffe-Aufgabe zu den Begriffen des Falls.
  3. Wortbausteine statt Einzelwörter. Mit rund 20 Bausteinen erschließen Sie Hunderte Begriffe (Tabelle unten).
  4. Eine Antwort, die sitzt. Für die Vokabelaufgabe ein Laienwort pro Begriff festlegen, das Sie sicher schreiben können — inklusive Groß- und Kleinschreibung.
  5. Mit Wörterbuch nachschlagen. Die Bezirksärztekammer Rheinhessen empfiehlt zur Vorbereitung medizinische Wörterbücher, z. B. Pschyrembel oder Deschka, „in denen die medizinischen Begriffe ins Deutsche übersetzt sind“.
Baustein Bedeutung Beispiel
-itis Entzündung Appendizitis
-algie Schmerz Arthralgie
-ektomie operative Entfernung Cholezystektomie
-tomie operative Eröffnung, Schnitt Laparotomie
-skopie Spiegelung Koloskopie
-graphie Darstellung, Aufzeichnung Sonographie
-ose oft nicht entzündliche Erkrankung Arthrose
-om Geschwulst (Ausnahmen: Hämatom, Glaukom) Lipom
-ämie im Blut Hyperurikämie
-urie im Urin, beim Wasserlassen Hämaturie
hyper- / hypo- über / unter Hypertonie, Hypotonie
tachy- / brady- schnell / langsam Tachykardie
dys- gestört, erschwert Dysphagie
a- / an- ohne, fehlend Aphasie
poly- / oligo- viel / wenig Polyurie
peri- / retro- / sub- um … herum / hinter / unter retrosternal

Organwurzeln, die immer wiederkehren: hepat- (Leber), nephr- (Niere), gastr- (Magen), kard- (Herz), pneum-/pulmo- (Lunge), oste- (Knochen), arthr- (Gelenk), derm- (Haut), zyst- (Blase), chol- (Galle), häm-/hämat- (Blut), my- (Muskel), neur- (Nerv). Abkürzungen und Laborwerte, die Berlin zusätzlich abfragt, finden Sie unter Laborwerte, Abkürzungen und Zahlen.

Quellen

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