FSP-Ablauf: die drei Teile im Detail
Stand: Oktober 2026, Angaben ohne Gewähr
Teil 1 — Arzt-Patienten-Gespräch (ca. 20 Minuten)
Sie erheben die Anamnese bei einer simulierten Patientin oder einem simulierten Patienten (gespielt von Prüfenden). Bewertet werden die Vollständigkeit der Anamnese — insbesondere die Red-Flag-Fragen des Fallbildes —, Ihr C1-Deutsch, das Register (konsequente Sie-Form, empathische Formulierungen) und die patientenzentrierte Gesprächsführung. Der Patient spricht Alltagssprache; Fachjargon müssen Sie laienverständlich erklären.
- Häufigster Fehler: Red Flags nicht aktiv erfragen — der Patient bietet sie nicht von selbst an.
- Struktur-Tipp: aktuelle Beschwerden → Schmerz-/Symptomanamnese → Vegetativanamnese → Vorerkrankungen & Medikamente → Noxen → Familien-/Sozialanamnese.
Teil 2 — Schriftliche Dokumentation (ca. 20 Minuten)
Direkt nach dem Patientengespräch fassen Sie die gewonnenen, medizinisch relevanten Informationen schriftlich zusammen — je nach Kammer als Arztbrief bzw. Arztbericht oder als strukturierten Aufnahmebogen. Bewertet werden Vollständigkeit, der korrekte Aufbau (Anamnese, Befunde, Beurteilung, Prozedere) und die medizinische Schriftsprache mit ihren Standardformeln („Wir berichten über …“, „Zusammenfassend …“, „Wir empfehlen …“).
- Vollständigkeit schlägt Eleganz: jeder dokumentierte Kernpunkt zählt.
- Abkürzungen sparsam und nur die gängigen (z. B. „V. a.“, „Z. n.“).
Teil 3 — Arzt-Arzt-Gespräch (ca. 20 Minuten)
Im letzten Prüfungsteil geben Sie die Informationen aus dem Patientengespräch an das ärztliche Mitglied der Prüfungskommission weiter — wie bei einer echten Übergabe: Beschwerden, Anamnese, Verdachtsdiagnose, Differentialdiagnosen, Prozedere. Danach folgen Rückfragen zu differentialdiagnostischem Denken, zu Red Flags und zum weiteren Vorgehen. Hier zählt präzises Fachvokabular — Sie sprechen mit Kolleginnen und Kollegen, nicht mit Patienten.
- Maximal ca. 3 Minuten Vorstellung — wer abschweift, wird unterbrochen.
- Antworten auf Rückfragen: Einschätzung → Begründung → Konsequenz, in 2–4 Sätzen.
Varianten je nach Bundesland
Die Reihenfolge ist überall gleich und folgt den Eckpunkten der Gesundheitsministerkonferenz: Arzt-Patienten-Gespräch, Dokumentation, Arzt-Arzt-Gespräch. Details variieren: Manche Kammern stellen einen kurzen Fachbegriffe-Test voran (z. B. Hessen), der Arztbrief entsteht je nach Kammer handschriftlich oder am PC, und die Zeitaufteilung unterscheidet sich. Das Training auf fsppruefung.de folgt dem verbreiteten Standardformat (3 × 20 Minuten); prüfen Sie die Hinweise Ihrer Kammer für die Feinheiten.
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