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Fachsprachprüfung in Hamburg: Ablauf, Minuspunkte, Kosten

Kurz gesagt

In Hamburg führt die Ärztekammer Hamburg die Fachsprachenprüfung seit Oktober 2015 im Auftrag der Sozialbehörde durch. Sie besteht aus drei Abschnitten von je 20 Minuten, kostet 550 € und endet mit einem Vokabeltest aus 15 Fachbegriffen. Bewertet wird mit Minuspunkten: Bei zwölf Minuspunkten ist die Prüfung nicht bestanden. Die Dokumentation schreiben Sie von Hand in ein vorgegebenes Formular, und Lesbarkeit ist ausdrücklich ein Kriterium.

Auf einen Blick

Thema Regelung in Hamburg
Prüfende Stelle Ärztekammer Hamburg (ÄKHH), im Auftrag der Sozialbehörde
Anmeldung über Die Behörde übermittelt Ihre Daten an die Kammer; die Kammer meldet sich per E-Mail
Gebühr pro Versuch 550 €; 200 € bei Absage nach Erhalt der Ladung
Dauer und Teile 3 × 20 Minuten: Arzt-Patienten-Gespräch, Dokumentation, Arzt-Arzt-Gespräch
Teil 2 (Dokumentation) Von Hand in ein vorgegebenes Formular; wichtig sind Lesbarkeit und Vollständigkeit
Fachbegriffe-Aufgabe 15 Fachbegriffe ins Deutsche übersetzen, am Ende von Teil 3
Erlaubte Hilfsmittel Nur Notizblock und Stift der Kammer; weitere Hilfsmittel sind nicht gestattet
Ergebnis Zeitnah per E-Mail; die Kammer meldet es auch der Behörde
Bestehensregel Nicht bestanden mit zwölf Minuspunkten; schraffierte Felder zählen 4:1
Wiederholung Nach Erfüllung der erteilten Auflage

Ablauf der Prüfung in Hamburg

Die Prüfung ist auf dem Niveau C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens abzulegen. Die Kammer stellt einen Notizblock und einen Stift; Ihre Notizen fließen nicht in die Bewertung ein. Weitere Hilfsmittel sind nicht gestattet — anders als in manchen anderen Kammern liegt also kein Wörterbuch aus. Den allgemeinen Aufbau der FSP beschreibt Ablauf der Fachsprachprüfung.

Abschnitt 1: Arzt-Patienten-Gespräch (20 Minuten)

Eine Prüferin oder ein Prüfer spielt die Patientin oder den Patienten. Sie sollen eine umfassende Anamnese erheben, die Verdachtsdiagnose formulieren und weitere diagnostische und therapeutische Schritte vorschlagen — so erklärt, dass die Patientin oder der Patient Ihnen folgen kann. Auf Rückfragen sollen Sie eingehen. Wie Sie dieses Gespräch strukturieren: Anamnesegespräch in der FSP.

Abschnitt 2: Dokumentation (20 Minuten)

Die Informationen aus dem Gespräch übertragen Sie handschriftlich in ein vorgegebenes Formular. Die Kammer hebt zwei Dinge hervor: Lesbarkeit und Vollständigkeit. Ein Muster des Formulars ist auf der Seite der Kammer nicht veröffentlicht.

Abschnitt 3: Arzt-Arzt-Gespräch (20 Minuten)

Sie stellen den Fall einer fiktiven Ober- oder Chefärztin bzw. einem fiktiven Ober- oder Chefarzt vor und beantworten deren oder dessen Fragen. Hier wird ausschließlich in medizinischer Fachsprache kommuniziert. Zum Abschluss folgt ein Vokabeltest, in dem 15 medizinische Fachbegriffe ins Deutsche übersetzt werden müssen.

Anmeldung und Termin

Eine eigene Anmeldung bei der Kammer ist nicht vorgesehen. Die zuständige Behörde — in Hamburg die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration, kurz Sozialbehörde — übermittelt die Daten für die Prüfung an die Ärztekammer. Die Kammer fordert Sie in der Regel per E-Mail auf, die Verwaltungsgebühr zu zahlen. Nach Zahlungseingang erhalten Sie eine schriftliche Ladung mit Termin und Einzelheiten.

Gebühr: Die Gebührenordnung der Ärztekammer Hamburg sieht für die mündliche Prüfung zur Feststellung der Sprachkenntnisse 550 € je Antragsteller vor. Sagen Sie einen Termin nach Erhalt der Ladung ab, werden 200 € fällig; liegt ein wichtiger Grund vor, kann die Kammer von dieser Absagegebühr absehen. Die Gebühren anderer Länder vergleicht FSP-Kosten nach Bundesland.

Förderung: Wenn Sie eine finanzielle Unterstützung für die Prüfung beantragen möchten, muss das laut Kammer vor der Anmeldung und insbesondere vor der Prüfung geschehen.

Pünktlichkeit: Wer zu spät kommt oder nicht erscheint, hat die Prüfung nicht bestanden — unabhängig vom Grund. Ein neuer Termin kann dann frühestens nach drei Monaten angesetzt werden.

Bewertung und Ergebnis

Bewertet wird ausschließlich die sprachliche Ausdrucksfähigkeit, nicht das medizinische Fachwissen. Der Prüfungsausschuss entscheidet gemeinsam anhand eines Bewertungsbogens mit vier Teilen:

  1. Allgemeine berufsbezogene Kommunikation
  2. Arzt/Ärztin-Patienten-Kommunikation
  3. Schriftlicher Ausdruck
  4. Arzt/Ärztin-Arzt/Ärztin-Kommunikation

Gezählt werden Minuspunkte; mit zwölf Minuspunkten ist die Prüfung nicht bestanden. Besonders bedeutende Prüfungsinhalte sind auf dem Bogen schraffiert und gehen gegenüber den übrigen Feldern im Verhältnis 4:1 in die Bewertung ein. Welche Felder schraffiert sind und wie viele Minuspunkte ein einzelnes Feld bringt, veröffentlicht die Kammer nicht. Klar ist nur: Schwächen bei den Kerninhalten wiegen viermal so schwer wie Schwächen bei Nebenpunkten. Wie andere Kammern bewerten, vergleicht Bewertung der FSP.

Das Ergebnis erhalten Sie zeitnah per E-Mail. Die Kammer meldet es außerdem der zuständigen Behörde, die das weitere Verfahren übernimmt.

Wiederholung

Bei Nichtbestehen kann die Fachsprachenprüfung „nach Erfüllung der erteilten Auflage“ wiederholt werden. Was die Auflage im Einzelfall ist, beschreibt die Seite der Kammer nicht; klären Sie das nach dem Ergebnis mit Kammer oder Behörde. Die Gebührenordnung sieht 550 € je Prüfung vor; eine ermäßigte Wiederholungsgebühr ist dort nicht aufgeführt. Wie Sie einen Fehlversuch auswerten: FSP nicht bestanden.

Tipps für die Prüfung in Hamburg

Quellen

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