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Fachsprachprüfung in Brandenburg: Arztbrief, Ablauf, Kosten

Kurz gesagt

In Brandenburg nimmt die Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) in Potsdam die Fachsprachprüfung ab; dort heißt sie „Fachsprachtest“. Der Aufbau weicht vom verbreiteten Standard ab: 20 Minuten Arzt-Patienten-Gespräch, dann 30 Minuten für einen vollständigen Arztbrief am Laptop der Kammer, danach das Gespräch mit ärztlichen Kollegen. Bestanden hat nur, wer jeden der drei Teile besteht — sonst wird alles wiederholt. Die Gebühr von 487 € zahlen Sie vorab mit der Anmeldung, und sie verfällt auch, wenn Sie nicht erscheinen.

Auf einen Blick

Merkmal Brandenburg
Prüfende Stelle Landesärztekammer Brandenburg, Potsdam; Approbationsbehörde ist das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG)
Anmeldung über persönlich bei der Kammer mit deren Formular — nachdem Sie die Approbation beim LAVG beantragt und dort ein B2-Zertifikat vorgelegt haben
Gebühr pro Versuch 487 €, vorab zu überweisen; keine Erstattung bei Nichtteilnahme
Dauer und Teile 20 Min. Arzt-Patienten-Gespräch, 30 Min. Arztbrief, Fachgespräch (Kammer: 20 Min., LAVG: 10–15 Min.); ein zufällig ausgewählter Fall, alles an einem Tag
Teil 2 (Dokumentation) Arztbrief am Laptop der Kammer, in vollständigen Sätzen
Fachbegriffe-Aufgabe keine eigene Aufgabe beschrieben; im Fachgespräch sind Fachtermini Pflicht
Erlaubte Hilfsmittel Notizen aus Teil 1, auch in der Muttersprache; Handys und andere Geräte werden vorher abgegeben
Ergebnis mündlich am Ende; schriftlich vom LAVG; keine Note
Bestehensregel jeder der drei Teile muss bestanden sein
Wiederholung unbegrenzt, immer alle drei Teile; die Kommission empfiehlt den frühesten Termin

Ablauf der Prüfung in Brandenburg

Der Fachsprachtest ist eine Einzelprüfung; alle drei Teile finden an einem Tag statt und beruhen auf einem zufällig ausgewählten Fall. Laut Kammer prüfen zwei Prüfer, und alle Kommissionsmitglieder sind Ärztinnen oder Ärzte (die Hinweise des LAVG verlangen mindestens zwei Prüfer, davon mindestens eine Ärztin oder einen Arzt). Die Prüfung ist nicht öffentlich, das LAVG kann aber Beobachter schicken. Wie die drei Teile grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel Ablauf der drei Teile.

Teil 1: Arzt-Patienten-Gespräch (20 Minuten)

Einer der Prüfer spielt den Patienten. Sie führen ein problemorientiertes Anamnesegespräch und dürfen Notizen machen, „auch in der Muttersprache“. Danach stellen Sie eine Verdachtsdiagnose und erläutern sie samt geplanter Diagnostik und Therapie, einschließlich möglicher Alternativen. Die Hinweise des LAVG sind hier ausführlicher als die meisten Kammerseiten: Dem Patienten sind „alle Maßnahmen einschließlich evtl. zu erwartender Komplikationen zu erklären“ und Rückfragen zu beantworten — in verständlichem Deutsch, weil der Patient keine Fachbegriffe kennt.

Teil 2: Arztbrief am Laptop (30 Minuten)

Brandenburg gibt für den schriftlichen Teil 30 statt der üblichen 20 Minuten — dafür verlangt es einen richtigen Arztbrief, getippt auf einem Laptop der Kammer. Darzulegen sind laut LAVG „Anamnese, Diagnostik und Therapie sowie der Behandlungsverlauf“, in vollständigen Sätzen. Als Bestandteile nennt das LAVG:

Die Kammer stellt zwei Musterbriefe bereit, einen internistischen (Herzinsuffizienz) und einen chirurgischen (Rotatorenmanschettenruptur). Sie folgen dem klassischen Entlassungsbrief: Einleitungssatz „wir berichten Ihnen über …“, Diagnosen, Anamnese mit Patientenangaben im Konjunktiv I, Untersuchungsbefunde, Epikrise, Medikation bei Entlassung und Unterschriftszeilen — die letzte für den „Prüfling“. Die Muster enthalten also auch Befunde und einen Verlauf; woher solche Angaben in der Prüfung kommen, beschreiben weder Kammer noch LAVG. Schreiben Sie nichts, was im Fall nicht vorkam. Allgemeines zum Aufbau steht im Artikel Arztbrief.

Beispiel — fiktiver Fall (Briefanfang zum Übungsfall „Fahrradsturz auf die ausgestreckte Hand“ von fsppruefung.de):

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

wir berichten über Frau Ingrid Schierholz, geb. am XX.XX.19XX, die sich vom XX.XX. bis zum XX.XX.20XX in unserer stationären Behandlung befand.

Diagnosen: V. a. dislozierte distale Radiusfraktur links nach Fahrradsturz; Vorhofflimmern unter oraler Antikoagulation mit Phenprocoumon; Hypothyreose.

Anamnese: Die 68-jährige Patientin stellte sich nach einem Sturz mit dem Fahrrad auf die ausgestreckte linke Hand in unserer Notaufnahme vor. Sie gab an, seitdem starke, bewegungsabhängige Schmerzen im linken Handgelenk zu haben; zudem kribble es in Daumen und Zeigefinger. Einen Kopfanprall oder eine Bewusstlosigkeit verneinte sie. …

Die Patientenangaben stehen im Konjunktiv I („es kribble“), die Diagnosen sind als Diagnosen formuliert, nicht als Symptome.

Teil 3: Fachgespräch mit Kollegen

Sie stellen den ärztlichen Prüfern den Patienten und sein Krankheitsbild zusammenfassend vor, nennen eine Verdachtsdiagnose und legen die geplante Diagnostik und Behandlung dar; die Prüfer stellen ergänzende Fragen. Hier sind medizinische Fachtermini zu verwenden. Bei der Dauer widersprechen sich die offiziellen Quellen: Die Kammer nennt 20 Minuten (insgesamt 70), die Hinweise des LAVG „10 bis 15 Minuten“. Planen Sie mit 20.

Anmeldung und Termin

  1. Sie beantragen die Approbation (und gegebenenfalls eine Berufserlaubnis) beim LAVG.
  2. Sie legen dem LAVG ein B2-Zertifikat vor: vom Goethe-Institut, telc, TestDaF, ÖSD oder einem anderen ALTE-zertifizierten Institut, alle Prüfungsteile mindestens „ausreichend“, bei Antragstellung nicht älter als drei Jahre.
  3. Sie melden sich persönlich bei der Kammer an — mit dem unterschriebenen Formular von der Kammer-Website, einer Ausweiskopie und dem Zahlungsnachweis.
  4. Die Ladung kommt spätestens fünf Kalendertage vor dem Termin.

Die 487 € überweisen Sie mit der Anmeldung, Verwendungszweck: vollständiger Name und „Fachsprachtest“. Eine Zahlungsaufforderung verschickt die Kammer ausdrücklich nicht — eine E-Mail, die Sie zur Zahlung drängt, gehört also nicht zum regulären Ablauf; nehmen Sie die Bankverbindung nur von der Kammerseite. Die Kosten sind laut LAVG auch dann fällig, wenn Sie „unabhängig von den Gründen“ nicht teilnehmen. Können Sie aus wichtigem Grund nicht kommen, melden Sie das sofort der Kammer und dem LAVG. Zur Prüfung bringen Sie einen gültigen Ausweis (Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel) und einen Kugelschreiber oder Füller mit. Den Gebührenvergleich mit anderen Kammern zeigt die Kostenübersicht.

Kammer und LAVG empfehlen „dringend“, vor der Anmeldung einen Online-„Pretest“ zu machen. Er simuliert Anamnese, Arztbrief und Arzt-Arzt-Gespräch mit KI-gestützten Patienten und Prüfern; unter bestimmten Voraussetzungen, etwa mit Bildungsgutschein, ist er kostenlos. Den Zugang verlinkt die Kammer auf ihrer Seite zu den Fachsprachtests.

Laut Marburger Bund kann das LAVG nach Rücksprache auch geeignete C1-Prüfungen anderer Anbieter anerkennen; eine Liste gibt es nicht.

Bewertung und Ergebnis

Bewertet werden nur Sprache und Kommunikation, Fachwissen wird nicht geprüft. Eine Note gibt es nicht: Die Prüfer entscheiden, ob Sie die Anforderungen auf C1-Niveau erfüllen, und jeder Teil muss bestanden sein. Ein Punkt der LAVG-Hinweise ist trotzdem inhaltlich: Erwartet werden „klare Diagnosestellungen“ einschließlich differentialdiagnostischer Erwägungen; reine Symptome sollen nicht als Diagnosen wiedergegeben werden.

Das Ergebnis teilt die Kommission am Ende mündlich mit, die schriftliche Bestätigung kommt vom LAVG. Eine Durchfallquote nennt die Kammer nur im Vergleich: Im Durchschnitt der Länder lag sie in den vergangenen Jahren bei rund 40 Prozent, die der LÄKB sei „deutlich höher“. Von 2015 bis September 2023 hat die Kammer nach eigenen Angaben über 2.100 Fachsprach- und Kenntnisprüfungen abgenommen.

Wiederholung

Wer einen Teil nicht besteht, wiederholt den ganzen Fachsprachtest mit allen drei Teilen, beliebig oft. Die Kommission empfiehlt den frühestmöglichen Wiederholungstermin und, ob weitere Schritte wie ein Sprachkurs sinnvoll sind. Die Anmeldung zur Wiederholung läuft wieder über die Kammer, die Gebühr fällt erneut an. Mehr zum Vorgehen nach einem Misserfolg unter Nicht bestanden.

Tipps für die Prüfung in Brandenburg

Quellen

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