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Fachsprachprüfung in Bayern (BLÄK): Ablauf, Kosten, Anmeldung

Kurz gesagt

In Bayern nimmt die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) die Fachsprachprüfung ab — dort heißt sie „Fachsprachenprüfung“ —, und zwar an ihrem eigenen Prüfungsstandort in München. Sie kostet 550 € pro Versuch und besteht aus drei Teilen von je 20 Minuten vor einem Gremium aus zwei Ärztinnen bzw. Ärzten und einer Sprachexpertin bzw. einem Sprachexperten. Selbst anmelden können Sie sich nicht: Das übernimmt die Zentrale Anerkennungsstelle für Approbationsberufe (ZAABY) der Regierung von Oberbayern. Das Ergebnis erfahren Sie mündlich am Prüfungstag; 2024 bestanden 53 % im ersten Versuch.

Auf einen Blick

Punkt Bayern (BLÄK)
Prüfende Stelle Bayerische Landesärztekammer, Prüfungsstandort am Haidenauplatz in München
Anmeldung über ZAABY der Regierung von Oberbayern — keine Selbstanmeldung
Gebühr pro Versuch 550 € per Vorkasse; bei Rücktritt, Nichterscheinen oder Verspätung kann die BLÄK die volle Gebühr einbehalten
Dauer und Teile kurze Vorstellungsrunde, dann 3 × 20 Minuten; vor Ort 2,5 bis 3 Stunden einplanen
Teil 2 (Dokumentation) Kurzbericht auf einer strukturierten Vorlage, zweiter Teil in ganzen Sätzen; am Laptop oder handschriftlich
Fachbegriffe-Aufgabe keine eigene Aufgabe veröffentlicht; Fachbegriffe und Abkürzungen werden im Arzt-Arzt-Gespräch erwartet
Erlaubte Hilfsmittel keine eigenen; Schreibzeug liegt bereit, Notizen aus Teil 1 dürfen in Teil 2 genutzt werden; Handy und Elektronik werden abgegeben
Ergebnis mündlich am Prüfungstag; keine Urkunde, die Kammer meldet das Ergebnis am nächsten Werktag an die Regierung
Bestehensregel Sprachanforderungen müssen in allen drei Teilen erfüllt sein; keine Punktgrenze veröffentlicht
Wiederholung unbegrenzt, immer komplett, erneut 550 €; frühestens nach etwa drei Monaten

Ablauf der Prüfung in Bayern

Am Prüfungstag melden Sie sich mit Ausweis im Prüfungsbüro an und geben Handy, Tablet und andere elektronische Geräte ab. Nach einer Wartezeit holt Sie ein Mitglied des Gremiums ab. Zu Beginn stellt sich das Gremium vor, erklärt den Ablauf — und freut sich laut Aufgabenstellung, wenn Sie kurz über Ihr Studium und Ihren beruflichen Werdegang berichten. Danach folgen die drei Teile, jeweils mit fester Zeitvorgabe. Das allgemeine Format beschreibt unser Artikel zum Ablauf der FSP; hier geht es um die bayerischen Besonderheiten.

Teil 1: Arzt-Patienten-Gespräch

Die Patientenrolle spielt ein ärztliches Mitglied des Gremiums. Die Aufgabenstellung verlangt, dass Sie die „körperlichen Angaben“ des Patienten erfassen und auf aktuelle Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten- und Familienanamnese eingehen. Anschließend teilen Sie Verdachtsdiagnosen mit, erläutern sie bei Nachfragen, schlagen Diagnostik und Therapie vor und erklären die Maßnahmen — in leicht verständlichen Worten, wo möglich ohne Fachbegriffe. Eine körperliche Untersuchung findet nicht statt.

Teil 2: Dokumentation

Sie fassen das Gespräch „zur Information von ärztlichen Kollegen in Form eines Kurzberichts“ zusammen. Dafür gibt es eine strukturierte Vorlage; im zweiten Teil der Vorlage schreiben Sie in ganzen Sätzen. Sie wählen selbst: Laptop oder Handschrift. Die Verfahrensordnung schreibt für den Computer eine deutsche Tastaturbelegung (QWERTZ) vor. Laut BLÄK zählen hier saubere Dokumentation, korrekte Fachterminologie sowie Grammatik und Syntax auf C1-Niveau. Mehr dazu im Artikel Dokumentation in der FSP.

Teil 3: Arzt-Arzt-Gespräch

Sie berichten einem ärztlichen Prüfer, der eine Kollegin oder einen Kollegen spielt, über den Patienten und beantworten seine Fragen — jetzt mit medizinischen Fachbegriffen. Nach Aussage der BLÄK zeigt sich hier, ob Sie alle Angaben aus dem Patientengespräch erfasst und die Zusammenhänge verstanden haben; verlangt werden auch der sichere Wechsel zwischen Fach- und Umgangssprache und der korrekte Gebrauch von Abkürzungen. Die Verfahrensordnung erlaubt dem Gremium außerdem, Hilfsmittel wie Arztbriefe in die Prüfung einzubeziehen.

Anmeldung und Termin

Seit dem 1. Juli 2025 gibt es in Bayern für jeden anerkennungspflichtigen Beruf nur noch eine zentrale Anerkennungsstelle. Für Ärztinnen und Ärzte ist das die ZAABY bei der Regierung von Oberbayern; ältere Texte nennen noch die Regierungen von Oberbayern und Unterfranken. Sie stellen dort Ihren Antrag auf Approbation oder Berufserlaubnis, und die Behörde entscheidet, ob Sie die Fachsprachprüfung ablegen müssen.

Danach läuft es so:

  1. Die Regierung übermittelt Ihre Daten an die BLÄK, die sich innerhalb von ein bis zwei Werktagen per E-Mail meldet.
  2. Sie überweisen 550 € (Barzahlung ist ausgeschlossen) und schicken Lebenslauf, ein anerkanntes B2-Zertifikat und die unterschriebene zweite Seite des Schreibens mit Ihrem Wunschmonat — der Wunsch ist unverbindlich.
  3. Vom Anschreiben bis zur Mitteilung des Termins rechnet die BLÄK derzeit mit etwa acht Wochen; geladen wird per E-Mail mit mindestens zwei Wochen Vorlauf.

Haben Sie die Prüfung bereits in einem anderen Bundesland bestanden, wenden Sie sich an Ihre Sachbearbeitung bei der Regierung. Prüfungen anderer Kammern oder Anbieter erkennt Bayern nur an, wenn sie gleichwertig sind — das prüft die Behörde im Einzelfall (siehe telc, FaMed und Anerkennung). Die Gebühren aller Kammern im Vergleich finden Sie unter FSP-Kosten.

Bewertung und Ergebnis

Bewertet werden laut Aufgabenstellung alle Äußerungen „nur in Hinblick auf die (fach-)sprachlichen Aspekte“; das Fachwissen darf nicht geprüft werden. Bestanden ist die Prüfung, wenn das Gremium feststellt, dass Sie die Sprachanforderungen in allen drei Bereichen erfüllen. Eine Punktgrenze veröffentlicht die BLÄK nicht; intern vergibt das Gremium aber offenbar Punkte: Das Merkblatt für Wiederholer sagt, dass es die Vorbereitungszeit „in Abhängigkeit von der erreichten Punktzahl“ festlegt.

Seit dem 1. März 2025 gilt ein aktualisiertes Bewertungsmodul. Es setzt die Empfehlungen einer Studie der TU Berlin von 2021 um, die die BLÄK-Prüfung im Auftrag des Gesundheitsministeriums untersucht hat. Die Studie bemängelte unter anderem, dass manche Prüflinge Fallvignetten auswendig lernen, und empfahl, mit Zwischenfragen und neuen Aspekten zu prüfen, ob jemand auch unter veränderten Bedingungen sprachlich zurechtkommt.

Das Ergebnis erhalten Sie nach der Beratung des Gremiums mündlich. Eine Urkunde oder ein Zertifikat stellt die BLÄK nicht aus; sie meldet das Ergebnis am nächsten Werktag an die Regierung.

Zahlen: 2024 führte die BLÄK 3.030 Prüfungen durch; die Erstprüfung bestanden 53 %, die Zweitprüfung 49 %. Mehr zu Kriterien und Quoten: Bewertung der FSP.

Wiederholung

Nach einem Fehlversuch bekommen Sie vom Gremium ein blaues Merkblatt. Für die Wiederholung schreiben Sie eine E-Mail an die BLÄK, zahlen erneut 550 € und erhalten einen Termin, der die genannte Vorbereitungszeit von drei bis sechs Monaten berücksichtigt; die Verfahrensordnung empfiehlt mindestens drei Monate Abstand. Wiederholt wird immer die ganze Prüfung, beliebig oft. Möchten Sie nicht wiederholen, teilen Sie das schriftlich der ZAABY mit. Wie Sie die Zeit nutzen, steht in FSP nicht bestanden.

Tipps für die Prüfung in Bayern

Quellen

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